Fachkraft für Arbeitssicherheit

Die Fachkraft für Arbeitssicherheit unterstützt den Arbeitgeber bei der Gefahrenprävention am Arbeitsplatz.

Gemäß der luxemburgischen Gesetzgebung ist der Arbeitgeber verpflichtet, alle für den Sicherheits- und Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer erforderlichen Maßnahmen zu treffen. Diese Tätigkeiten umfassen Maßnahmen zur Information, Schulung und Prävention von Risiken am Arbeitsplatz sowie die Einrichtung einer sicherheitsorientierten Organisation. (Art. L. 312-1. und Art. L. 312-2 des Arbeitsgesetzbuchs.)

Steht dem Arbeitgeber nicht genügend Zeit zur Verfügung, um sich um diese Verpflichtungen zu kümmern, muss er sich von einem entsprechend ausgebildeten Arbeitnehmer, d. h. der Fachkraft für Arbeitssicherheit, unterstützen lassen. (Art. L. 312-3 des Arbeitsgesetzbuchs)

Diese Fachkraft für Arbeitssicherheit hat insbesondere die Aufgabe, sich um Schutz- und Präventionsmaßnahmen bezüglich der Risiken am Arbeitsplatz des Unternehmens zu kümmern.

Ernennung der Fachkraft für Arbeitssicherheit

Die Anzahl der für ein Unternehmen erforderlichen Fachkräfte für Arbeitssicherheit hängt von der Anzahl der Arbeitnehmer und der Anzahl der im Unternehmen vorhandenen Risikoarbeitsplätze ab.

Gemäß der großherzoglichen Verordnung vom 9. juni 2006, sind die Unternehmen in 7 Kategorien eingeteilt (A, B, C, D, E, F und G), die unter anderem die Basisausbildung und die Berufserfahrung der Fachkraft für Arbeitssicherheit bestimmen. Die Einteilung der Unternehmen ist Anhang 1 der großherzoglichen Verordnung vom 9. juni 2006 zu entnehmen.

Die Ernennung der Fachkräfte für Arbeitssicherheit obliegt dem Arbeitgeber. Wenn es einen gemischten Ausschuss gibt, muss dieser informiert werden. Die Entscheidung über die Ernennung der Fachkraft für Arbeitssicherheit wird jedoch vom Arbeitgeber getroffen.

Der Arbeitgeber kann seinen Mitarbeiter nicht dazu zwingen, die Ernennung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit anzunehmen.

In Unternehmen mit weniger als 50 Arbeitnehmern kann der Arbeitgeber die Funktion der Fachkraft für Arbeitssicherheit selbst übernehmen, wenn er die gesetzlichen Anforderungen erfüllt und über ausreichend Zeit verfügt.

Wirkungsbereich

Die Fachkraft für Arbeitssicherheit unterstützt den Arbeitgeber bei der Umsetzung von Schutz- und Präventionsmaßnahmen im Unternehmen. Sie ist spezialisiert auf Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.

Sie muss in der Lage sein:

  • die allgemeine Überwachung der Einhaltung der geltenden Gesetze und Verordnungen in Sachen Sicherheit und Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer zu übernehmen und zu organisieren, 
  • eine Unternehmensstrategie zur Entwicklung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer des Unternehmens zu definieren,
  • die eingesetzten Arbeitsmethoden und Mittel, die Risikobewertung und -analyse sowie die Bestimmungen bezüglich der Verhütung von Unfällen zu überwachen,
  • regelmäßige Sicherheitsbegehungen durchzuführen, die Sicherheitsregister zu verwalten und die Wartungsbücher zu führen,
  •  die Sicherheits- und Gesundheits-, Notfall-, Notruf-, Einsatz- und Evakuierungspläne auszuarbeiten, zu aktualisieren und zu verteilen,
  • Evakuierungsübungen vorzubereiten, zu organisieren und zu leiten,
  • die Situation des Unternehmens oder Betriebs in Sachen Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz zu bewerten,
  •  die Beziehungen zum Gewerbe- und Grubenaufsichtsamt, den Prüfstellen, dem arbeitsmedizinischen Dienst, dem das Unternehmen angehört, den anderen Aufsichtsbehörden in Sachen Sicherheit und Gesundheit sowie den im Falle eines Unfalls oder Feuers zu verständigenden Rettungsdiensten zu unterhalten.

Wenn ein Unternehmen an mehreren Standorten tätig ist, muss jeder Standort mit mehr als 200 Arbeitnehmern über eine Fachkraft für Arbeitssicherheit verfügen.

Im Falle des Ausscheidens einer Fachkraft für Arbeitssicherheit muss der Arbeitgeber innerhalb einer Frist von zwei Monaten eine neue Fachkraft für Arbeitssicherheit ernennen.

Um ihre Aufgaben zu erfüllen, muss die Fachkraft für Arbeitssicherheit Mindestanforderungen erfüllen und über die in der großherzoglichen Verordnung vom 9. juni 2006 aufgeführte Berufserfahrung verfügen, wobei auch die Klassifizierung des Unternehmens zu beachten ist.

Die Fachkraft für Arbeitssicherheit muss über eine bestimmte Mindestzeit verfügen, um ihre Aufgaben wahrzunehmen. Die festgelegte durchschnittliche Mindestzeit, die der Fachkraft für Arbeitssicherheit zur Verfügung stehen muss, ist Anhang 2 der großherzoglichen Verordnung vom 9. juni 2006.

Die durchschnittliche Mindestzeit in Minuten, die der Fachkraft für Arbeitssicherheit pro Tag zur Verfügung stehen muss, kann wie folgt berechnet werden :

 

                (Anzahl Arbeitnehmer x Z Sek) + (Anzahl Risikoarbeitsplätze x Y Sek)

                                                           60

Haftung

Mit der Ernennung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit ist nicht zwingend eine Übertragung von Befugnissen verknüpft.

Wenn die Fachkraft für Arbeitssicherheit schwere Verletzungen der Vorschriften zur Prävention von Arbeitsunfällen feststellt, hat sie nicht automatisch die Befugnis einzugreifen.

Ihre Aufgabe beschränkt sich darauf, zu sensibilisieren, zu unterweisen, aufzuklären und zu überzeugen. Daher übernimmt sie keine Verantwortung für die Beseitigung der Gefahren am Arbeitsplatz; vielmehr muss der Arbeitgeber die Präventionsmaßnahmen mit dem Ziel planen, die Prävention mittels der Faktoren Technik, Arbeitsorganisation, Arbeitsbedingungen, soziale Beziehungen und Einfluss durch Umweltfaktoren am Arbeitsplatz als kohärente Einheit zu gestalten.

Der Arbeitgeber kann solche Arbeiten natürlich der Fachkraft für Arbeitssicherheit übertragen.

Schulung

In Zusammenarbeit mit der Handelskammer, der Handwerkskammer, der Vereinigung der luxemburgischen Fachkräfte für Arbeitssicherheit (ATDL) und den Regierungsbehörden wurden verschiedene Ausbildungslehrgänge für Fachkräfte für Arbeitssicherheit erarbeitet und veröffentlicht.

Der Arbeitgeber nimmt seine Verantwortung wahr, indem er seine Fachkraft für Arbeitssicherheit zu einer Schulung anmeldet, ihr Bildungsurlaub gewährt und die Kosten der Schulung übernimmt.

Das Schulungskonzept für Fachkraft für Arbeitssicherheit deckt die spezifischen Gefahren der verschiedenen Tätigkeitsbereiche der Unternehmen ab.

Die Bestimmungen zur Basisschulung und zu den spezifischen Schulungen für Fachkräfte für Arbeitssicherheit sowie die erforderlichen Schulungsstunden sind in Kapitel IV aufgeführt. – Modalitäten für die Schulung der Fachkräfte für Arbeitssicherheit der großherzoglichen Verordnung vom 9. juni 2006.

Zum letzten Mal aktualisiert am