D10a15 - Welches Verfahren zum Umgang mit Belästigung muss der Arbeitgeber umsetzen?

Die Vereinbarung vom 25. Juni 2009 über Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz verpflichtet die Arbeitgeber, in Absprache mit den Personalvertretern ein schriftliches Verfahren zum Umgang mit Mobbingproblemen umzusetzen, dies auf der Grundlage der internen Bewertung und späteren Neubewertungen in Sachen Mobbing im Unternehmen.

Dem schriftlichen Verfahren müssen insbesondere folgende Überlegungen zugrunde liegen:

  • die Parteien handeln mit der erforderlichen Diskretion, um die Würde und das Privatleben jedes Einzelnen zu schützen;
  • es wird keinerlei Information an Unbeteiligte preisgegeben;
  • Beschwerden werden unverzüglich geprüft und innerhalb einer vernünftigen Frist bearbeitet;
  • jede Partei muss schnellstmöglich in ihrer Sache angehört werden und hat bei dem Gespräch das Recht auf Unterstützung durch einen Personalvertreter;
  • jede Beschwerde wird unvoreingenommen behandelt;
  • jede Beschwerde muss durch detaillierte Informationen belegt sein,
  • falsche Anschuldigungen werden nicht geduldet und können Disziplinarmaßnahmen oder -verfahren nach sich ziehen bis hin zur Entlassung;
  • externe Unterstützung kann für die Analyse und Bearbeitung der Beschwerden vorgesehen werden;
  • die Opfer erhalten Unterstützung, deren Art im Unternehmen festgelegt wird, falls es keine ausreichend genaue Vereinbarung hierzu unter den das Unternehmen betreffenden Tarifpartnern gibt.

Die Umsetzung dieses Verfahrens darf kleinen und mittleren Unternehmen jedoch keinen unnötigen Aufwand auferlegen.

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